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Arbeitsschutz  

Absturzsicherung bei der Maschinenwartung

Absturzunfälle ereignen sich in nahezu allen Branchen und Bereichen. Die Statistik zeigt jedoch, dass bei der Instandhaltung oder Reparatur von Industriemaschinen und technischen Anlagen die Absturzgefahr besonders hoch ist. In Deutschland ereignet sich rund jeder fünfte Arbeitsunfall mit tödlichen Folgen in der Instandhaltung – 20 Prozent dieser Unfälle sind laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf Abstürze zurückzuführen. Kein Wunder, denn Wartungsarbeiten, etwa an industriellen Produktionsanlagen, müssen oft an schwer zugänglichen und hoch gelegenen Stellen durchgeführt werden.

Nicht ohne Grund sehen deshalb die Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (BGV) Sicherungsmaßnahmen zur Prävention von Absturzunfällen schon ab Fallhöhen von über einem Meter vor. Ab drei Metern Fallhöhe zur nächsten tragfähigen Fläche müssen Arbeitsplätze und Verkehrswege sowohl laut BGV als auch laut DIN 4426 vor Absturz gesichert werden. Diese verbindlichen Regelungen sollten nicht nur zum Schutz der Mitarbeiter eingehalten werden, sondern auch, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Absturzsicherung in der Maschinenwartung sollte daher keine lästige Pflicht sein, sondern auch eine Frage des Verantwortungsbewusst­seins.

In der Praxis erlebt man indessen immer wieder, dass Wartungen in der Höhe ohne die nötigen Schutzvorkehrungen vorgenommen werden. Vielfach werden die Gefahren eines Sturzes einfach unterschätzt. Die nicht selten tödlichen Folgen sind jedoch absehbar. Wenn man von einem Gesamtgewicht einer Person von 100 kg ausgeht (einschließlich Kleidung, Werkzeug etc.), dann schlägt diese bei einem Fall aus einem Meter Höhe schon mit einem Gewicht von rund einer Tonne auf. Ein zusätzliches Risiko in der Maschinenwartung ist die Verletzungsgefahr durch Kanten oder abstehende Teile im Falle eines Absturzes. Dies sind die Gründe, warum Absturzunfälle in den Statistiken bei den besonders schweren Verletzungen regelmäßig die Spitzenränge belegen.

Um diesen Gefahren Herr zu werden, ist eine sorgfältige Planung bei der Absturzsicherung in der Instandhaltung von Maschinen notwendig. In der Praxis hat sich bewährt, vorher eine genaue Analyse der zu sichernden Arbeitsplätze und der tatsächlich frequentierten Verkehrswege vorzunehmen. Diese Analyse ist die Grundbedingung für ein zuverlässiges Absturzsicherungssystem. Gerade in der Maschinenwartung ist eine genaue Kenntnis der Arbeitswege und Arbeitsschritte von großer Wichtigkeit, denn Absturzsicherungen müssen zwar Sicherheit bieten, dürfen aber nicht an Stellen montiert werden, an denen sie die Arbeitsroutine stören.

In der Praxis stellt man immer wieder fest, dass die Beweglichkeit bei Wartungs- oder Reparaturarbeiten eine zentrale Rolle spielt – nicht zuletzt, weil Maschinen oftmals während des laufenden Betriebs gewartet werden, um Ausfälle oder Produktionsstopps zu vermeiden. Deshalb müssen sich Absturzsicherungs- und Anseilsysteme durch eine äußerst einfache Handhabung auszeichnen und dem Personal bei der Wartung und Reparatur von Maschinen zugleich ein möglichst behinderungsfreies Arbeiten gestatten.

Um maximalen Schutz mit optimaler Bewegungsfreiheit zu kombinieren, werden Absturzsicherungssysteme im Bereich der Maschinenwartung in der Regel über Kopf installiert. Führende Hersteller bieten dazu Systeme mit rollengeleiteten Gleitern an, die zusätzlich über einen schwenkbaren Zwischenhalter verfügen. Der Vorteil liegt in der sicheren Anschlagmöglichkeit bei zugleich uneingeschränkter Überfahrbarkeit der Zwischenstützen. Solche Absturzsicherungssysteme, wie etwa das ABS-Lock SYS II, sind über Kopf montierbar und dank voll überfahrbarer End- und Kurvenstücke äußerst flexibel zu installieren. Der Arbeiter befestigt sich einfach mit Hilfe eines Seilgleiters an einem Edelstahlseil und kann so sicher und zugleich unbehindert Wartungs- oder Reparaturarbeiten vornehmen – auch an schwer zugänglichen Stellen.

Aber es gibt noch weitere Gefahrenbereiche. An Kranbahnen beispielsweise müssen Wartungsarbeiten zumeist in einer Höhe von sieben Metern oder mehr ausgeführt werden. Die Arbeitswege auf den Stahlschienen sind oft nur 50 Zentimeter breit, und das über eine Länge, die in großen Industriehallen bei bis zu 1000 Metern liegen kann. Hier empfehlen sich horizontale Sicherungssysteme, die direkt an den Stahl- oder Betonpfeilern befestigt werden. Wegen ihrer hohen Praktikabilität haben sich auch hier voll überfahrbare Seilsicherungssysteme bewährt. Sie bieten eine Anschlagmöglichkeit an ein Stahlseil, das über Systemstützen geführt wird und voll überfahrbar ist. Dadurch wird eine optimale Bewegungsfreiheit erreicht, während Endspannelemente am Seilende zudem sicherstellen, dass das Seil eine Vorspannung erhält und ein Seildurchhang vermieden wird.

ABS-Absturzsicherung-Kranba

Wer einen sicheren Schutz vor Absturzunfällen will, der sollte darauf achten, dass die Seilsicherungssysteme mit kraftabsorbierenden Anschlagpunkten ausgestattet sind. Im Falle eines Absturzes verformen sich diese speziellen Edelstahlanschlagpunkte und vermindern die entstehenden Kräfte um ein Vielfaches. Dadurch werden die Kräfte, die bei einem Sturz auf den Körper wirken, deutlich gemindert und das Verletzungsrisiko entsprechend reduziert. Und natürlich ist wichtig, dass das verwendete Absturzsicherungssystem von einer unabhängigen Prüfstelle nach DIN 795 zertifiziert wurde.

Und noch eines ist bei der Absturzsicherung zu beachten: Ein einmal installiertes System muss selbst jährlich gewartet werden, so schreibt es die BGR 198 vor. Die Prüfung und Wartung sollte jedoch stets von geschultem Fachpersonal ausgeführt werden. Führende Hersteller bieten deshalb nicht nur praktikable Abstutzsicherungs­systeme an, sondern auch Schulungen, die zur fachgerechten Wartung der Anlagen qualifizieren. Denn den erforderlichen Schutz bieten auch die technisch ausgereiftesten Absturzsicherungssysteme nur dann, wenn sie fachgerecht montiert und regelmäßig gewartet werden.

Autor: Ludwig Beckers Geschäftsführer ABS Safety GmbH, mehr unter: www.absturzsicherung.de

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